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Slow Reading – In Zeiten von immer höher, immer schneller, immer weiter…

 

 

Die Slow-Bewegungen sind auf dem Vormarsch: Slow-Food, Slow-Fashion, selbst Slow Dating wird mittlerweile als Gegentrend zum bekannte Speed Dating betrieben. Was aber ist Slow Reading? Findet Lesen nicht immer im Ruhemodus statt? Bestimmt haben auch Sie in den letzten Wochen und Monaten in den Zeitschriftenregalen vermehrt Magazine gesehen, die Sie dabei unterstützen sollen, achtsamer mit sich und ihrer Zeit umzugehen. Zum Beispiel durch Lesen. Ein anderer Ansatz ist der des britischen Magazins „Delayed Gratification“, das ausschließlich über Ereignisse berichtet, die bereits mehrere Wochen zurückliegen. So bearbeitet der Verlag die Themen reflektierter und fokussierter und trifft seine Auswahl mit geringerem Aufregungsfaktor.  

 

Bei der heutigen Fülle an Informationen wird die Konzentration auf Inhalte tatsächlich häufig zur Nebensache. Der mangelnde Platz in den Zeitungen und der erhöhte Informationsfluss machen sich gegenseitig das Leben schwer. Bewusstes, fokussiertes und langsames Lesen, sich Zeit nehmen für ein gutes Magazin oder Buch oder auch einzelner Informationen, findet immer seltener statt. Das deutsche Slow Media Institut fordert, den Fokus beim Schreiben mehr auf die Inhalte zu legen und nicht durch übersteigerte Titel und reißerische Schlagzeilen den Leser zum Informationsüberflieger zu machen.

 

Slow Reading Club in Wellington, Neuseeland
Slow Reading Club in Wellington, Neuseeland

 

Auf der anderen Seite der Welt in Neuseeland, aber auch bei unseren Nachbarn in den Niederlanden gibt es Initiativen, die Menschen einen Raum für achtsames Lesen anbieten. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sogenannte „Slow Reading“-Cafés und Clubs eröffnen Menschen die Möglichkeit bei einem guten Kaffee ein gutes Buch zu lesen. Gemeinsam sitzen die Leser im Café, jeder liest für sich selbst – aber viel wichtiger, er oder sie nimmt sich mal wieder aktiv Zeit, um sich nur auf das eine zu konzentrieren. Die Freude und Zufriedenheit sind den Menschen an diesen Orten anzumerken, auch wenn nur das Klappern von Tassen auf Tellern und das Umblättern von Seiten zu hören ist. Oder vielleicht gerade deswegen.

 

 

Wann haben Sie das letzte Mal ein gutes Buch oder Magazin zur Hand genommen? Machen sie Lesen zum Vergnügen und lesen Sie nur das, was Ihnen Freude bereitet, dafür aber regelmäßig und mit ausreichend Zeit! Vielleicht nehmen Sie sich vor jeden Tag zehn bis fünfzehn Minuten lesend zu verbringen. Die perfekte Zeitspanne, um einen unserer Beiträge in den Landkreisbüchern zu erkunden. Stoppen Sie doch mal die Zeit, die sie für das langsame und genüssliche Lesen des hier abgebildeten Autorenbeitrags aus dem Landkreisbuch Diepholz benötigen und berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen des „Slow Reading“.

 


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